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Im Folgenden möchte ich euch meine Geschichte erzählen; wie ich überhaupt auf Holder kam, wie ich zum H4 kam usw. (sehr ausführlich)


Mein Name ist Julian Herrmann, ich wohne bei Neustadt an der Weinstraße im Herzen der wunderschönen Pfalz. Ich bin Schüler und besuche die 13. Jahrgangsstufe eines humanistischen Gymnasiums mit den Leistungskursen Physik, Erdkunde und Deutsch. Mit den Bergen des Pfälzer Waldes im Rücken und der weiten Ebene des Rheintals vor einem wohne ich in einer tollen Landschaft und diese ist mit den vielen Weinbergen perfektes Holderland! Geboren bin ich etwa ein halbes Jahr bevor unser altes Jahrtausend zu Ende ging. Meine Hobbys beschränken sich natürlich nicht nur auf Holder, jedoch macht das bereits einen Großteil aus.

Mit Landwirtschaft oder Weingütern hatte ich Anfangs nichts am Hut, lediglich bei meinem Opa gab es einen großen Schrebergarten, in dem früher allerhand angebaut wurde: Gemüse, Wein, Obst etc. Mittlerweile stehen auf dem Grundstück allerdings nur noch einige Obstbäume und eine Menge Tannen zwecks Brennholzgewinnung. Zur Hoch-Zeit, als mein Opa das Grundstück noch intensivst nutzte, hatte er neben einer Motorfräse der Marke Solo (Typ 566) auch noch einen kleinen Holder, denn er stellte mit der Zeit fest, dass die Motorhacke mit der Größe des Grundstücks trotz ihrer 5PS einfach überfordert war, zumal das Grundstück zum Teil auch noch an einem Steilhang liegt. Mit dem Ziehen von Anhängern die steile Rhein-Abbruchkannte rauf war die Solo ebenfalls an der Grenze des Machbaren. Deshalb musste also ein Schlepper her. Dieser Holder sollte unbedingt Allradantrieb haben und sehr wendig sein, damit er in allen Ecken des Grundstücks arbeiten kann. Durch Zufall fand er die damals für ihn perfekte Lösung: Ein Holder A8D! Damals (1986) schon schwer zu bekommen und auch damals schon nicht billig. Allerdings zeigte der Schlepper schnell seine Überlegenheit gegenüber der Hacke. Seinen treuen Helfer setzte mein Opa allerdings nur 12 Jahre ein, bis er 1998 stillgelegt wurde. Seit dem stand er in einem verfallenen Schuppen auf dem Grundstück rum. Mit der Zeit stellte er seine Aktivitäten dort auf Grund des Alters mit der Zeit immer mehr und mehr ein. Außerdem widmete er sich mehr der Familie, ich bin wie gesagt ein 99er...

In der Zeit zwischen 1998 und 2013 ist nicht viel passiert, die Landwirtschaft auf dem Grundstück wurde mit der Zeit irgendwann komplett aufgegeben und es dient von da an nur noch als Holzlager. Allerdings stehen die Obstbäume noch dort und auch sonst muss es gepflegt werden. In dieser Zeit wurde der Holder nur wenige male bewegt, einmal z.B. um Brennholz zu rücken.

 

Mein Opa und ich auf dem A8D im Jahre 2009Mein Opa und ich auf dem A8D im Jahre 2009

In dieser Zeit entwickelte sich dann auch meine Begeisterung für Traktoren. Die Maschinen, insb. Oldtimer faszinierten mich einfach und ich wollte immer mehr und mehr darüber erfahren. Ich lernte, die Technik zu verstehen und informierte mich Stück für Stück über jedes Detail. Der Traum von einem eigenen Trecker blieb jedoch erstmal in weiter ferne. Um trz. etwas zu tun zu haben, holte ich mir von besagtem Grundstück einen alten vergammelten Spindel-Rasenmäher vom Typ Brill "Ideal 38", den ich mit großem Aufwand Stück für Stück restaurierte. Das war also mein erstes wirkliches Projekt.

 

Der Mäher vor der RestaurationDer Mäher vor der RestaurationDer Mäher nach der RestaurationDer Mäher nach der Restauration   

Anfangs entwickelte ich auch einen Hang zu Lanz-Bulldogs, mich haben vor allem die großen Eilbulldogs sowie die Halb und Volldiesel fasziniert. In dieser Zeit entstand auch mein Youtube-Kanal "TheHeinrichLanz", der bis heute noch so heißt. (Nur als Erklärung, da ich oft darauf angesprochen werde...) Nun, die Zeit verging und mein Wunsch einen eigenen Schlepper zu haben wurde immer stärker. Da erinnerte ich mich an den kleinen A8, der noch immer auf dem Grundstück vor sich hin vegetierte HIER ein Video, wie er dort im Schuppen stand... Bekannt war mir über den Schlepper bis dato eher Weniges, er schien mir schon sehr speziell. Da ich aber vorerst keine andere Möglichkeit sah, an einen Schlepper zu kommen, nahm die Idee, den Schlepper zu holen mehr und mehr Form an. Allein schon auf Grund von Platzproblemen (der A8 steht bei mir unter einem Regal) daheim kam ein großer Ackerschlepper vorerst sowieso nicht in Frage. Gesagt getan, ich konnte meinen Vater schließlich überreden, den Schlepper zu meinem 14. Geburtstag (2013) zu bergen und nach Hause zu holen. Auch diese "Aktion" wurde auf Bildern festgehalten, eine Diashow dieses Vorhabens gibt es HIER zu sehen.

 

Der A8 nach dem Bergen und Sauber machenDer A8 nach dem Bergen und Sauber machen

Ich begann also nun, mich über den A8 zu informieren und wurde z.B. auf der Seite von Bastian Hofmann über den A8 fündig. Auch das Forum Myholder erschien mir als gute Möglichkeit. Nachdem ich die Grundlagen des A8 verstanden hatte, wuchs mein Interesse an der Marke Holder stark. Ich wollte alles wissen und informierte mich über jeden Typ. Meine Begeisterung wuchs mit der Zeit immer mehr... Bereits im September 2013 kam ich nach Metzingen zur 125-Jahr Feier der Firma Max-Holder. Auch das hat mir wunderbar gefallen und mir wurde klar, das Holder wohl meine Lieblingsmarke ist. Es stand also fest, dass meine Trecker-Zukunft Gelb-Grün-Rot aus Metzingen wird.

Da ich schon seit Kindertagen ein gutes handwerkliches Geschick aufweise und mich sehr für Technik interessiere, hatte ich in den Jahren seit meinem 6. Lebensjahr auch eine nette kleine Werkstatt eingerichtet, die mit der Zeit um immer mehr Geräte und Werkzeuge erweitert wurde. Somit waren die Grundvorraussetzungen für Reparaturarbeiten am Schlepper gegeben. Ich widmete mich in der Folgezeit der "Restauration" des A8, zumindest den schlimmsten Baustellen. In Folge wurden also einige Lackarbeiten erledigt, Öle gewechselt, Keilriemen gewechselt etc. Stück für Stück wurde immer mehr gemacht, damit der A8 in einen zufriedenstellenden Zustand kommt. Weiterhin wurden Teile wie eine Fräse oder Radgewichte etc. hinzugekauft. Eigentlich müsste er auch komplett zerlegt werden und gescheit gemacht werden, jedoch habe ich auf Grund von Platzproblemen diese Möglichkeit derzeit nicht.

 

Der A8 im Januar 2014Der A8 im Januar 2014

 Zu dieser Zeit lernte ich auch neue Leute kennen und ich konnte endlich mit großen Schleppern arbeiten. So fuhr ich regelmäßig mit zum Holzmachen oder allerlei andere Arbeiten, bei denen Schlepper eine Rolle spielen. Ich lernte also mit der Zeit schnell den Umgang mit den Maschinen und hatte eine Menge Spaß am arbeiten. Auch mein Wissens-Horizont erweiterte sich in dieser Zeit enorm, so musste mal die Elektrik an einem Fahrzeug erneuert werden; ich eignete mir in kürzester Zeit die nötigen Kenntnisse an und alles funktionierte.

Jetzt kommen wir aber endlich zum H4: Denn da war ja noch das Grundstück meines Opas, das jedes Jahr seine Pflege vor allem in Form vom Mähen braucht. Als mein Opa noch aktiv war, mähte er auf dem Grundstück sowohl die Ebene als auch den Hang mit Hand-Sensen, eine sehr anstrengende und langsame Arbeit. Irgendwann kaufte mein Vater dann einen kleinen No-Name Freischneider mit Zweitakt-Motor, der allerdings mit dem immer höher werdenden Gras und Unkraut (zum Teil wuchert das Gestrüpp schulterhoch, Dornen und andere Unkräuter haben dann oft mehr als daumendicke Stängel) nur schlecht zurecht kam und schließlich komplett die Grätsche machte.

Ein stärkeres Produkt musste also her. Nein, ihr ahnt es zwar, es war allerdings noch nicht der H4. Irgendwann um 2005 rum kaufte mein Vater dann ein Spitzenprodukt in der Klasse, einen Stihl-Freischneider mit großem und sehr starkem Viertakt-Benzin-Motor und einem Kreissägenblatt als Messer. Damit war das Unkraut kein Problem mehr, sogar ganze Bäume konnte man damit fällen wenn es denn sein musste. Allerdings ist die Arbeit mit dem Freischneider auch körperlich sehr schwer, da das dicke hohe Gras ein flüssiges Hin-und-Her-Bewegen sehr stark abbremst. Auch am Hang ist die Arbeit gerade im Sommer sehr mühsam. Vorteile hat das Gerät aber vor allem in Ecken und unter Bäumen. So wurde wie gesagt einige Zeit gemäht, meist auf 2 Tage verteilt, da die Arbeit damit sehr lange dauerte.

 

Ein kleiner Teil des zu pflegenden GrundstücksEin kleiner Teil des zu pflegenden Grundstücks

Irgendwann kam dann also die Idee auf, dass mit einem Balkenmäher zumindest in der Ebene ein rationellerer Einsatz möglich wäre. Jedoch wollten wir kein Baumarkt-Produkt kaufen oder Unsummen ausgeben. Und das war mein Stichwort; hatte ich mich doch schon so ausführlich mit Holder beschäftigt, war mir natürlich auch bekannt, dass Holder eine große Palette an Balkenmähern im Programm hatte. Nun galt es, den passenden Typ zu finden. Alles jenseits der 5PS und über 1.20m Schnittweite fiel von Anfang an raus, da es eh zu groß und vor allem zu teuer für uns wäre. Außerdem sollte der Mäher auch in extremen Hanglagen eingesetzt werden, somit sollte der Motor schon nach dem 2-Takt-Verfahren arbeiten, damit wir dort keine Probleme bekämen. Folglich blieben nicht mehr viele Modelle übrig und ich begann mich für den H4 zu interessieren. Gereizt hat mich von Anfang an das Prinzip "Ein Motor - Alle Geräte", also die Möglichkeit, den Motor auf andere Arbeitsgeräte zu montieren. Auch konnte der H4 werkzeuglos in kurzer Zeit zerlegt werden, wodurch er sehr platzsparend untergebracht werden kann. Die Holmverstellung war natürlich ein weiterer Vorteil sowie die kinderleichte Bedienung dank Fliehkraft-Kupplung.

Es stand also fest: Ein H4 muss her! Und zwar am besten noch in diesem Sommer, das war 2014. Leider konnte mir zu diesem Typ keiner aus der Holderszene damals etwas sagen, abgesehen von Basisdaten fand ich nur wenige Informationen und noch weniger Erfahrungsberichte, schade! Nach wochenlangem Verfolgen der Ebay-Kleinanzeigen und dem ein oder anderen vergeblichen Anruf war es dann aber doch endlich soweit: Im Schwabenland wurde ich fündig, ein H4 mit Sachs-Motor, dazu gab es noch eine kleine Fräse und das auch noch zu einem fairen Preis. Perfekt! Als erster Anrufer bekam ich den Zuschlag und direkt am nächsten Tag fuhren ich und mein Vater nach Baden-Württemberg, um ihn abzuholen. Generell ist vlt. an dieser Stelle anzumerken, dass der Markt für Balkenmäher, insb. Holder, hauptsächlich in BW vertreten ist. Dies hängt zum einen mit den vielen Holder-Vertretungen, zum anderen aber auch mit den vielen kleinen Wiesen, die es dort z.B. wegen der Erbfolge im Süden DE's gibt, zusammen.

Der erste H4 war also endlich daheim. Doch damit nicht genug, bevor die Maschine direkt eingesetzt werden sollte, wollte ich mich erstmal darum kümmern, dass sie in einem guten Zustand ist. In Folge zerlegte ich an einem Abend einen Teil der Maschine um sie gründlich reinigen zu können. Auch führte ich eine kleine Wartung durch und wechselte auch z.B. die Öle, erneuerte den Spritschlauch, lackierte ein paar Bleche mit Zinkspray sowie den Auspuff in schönem schwarzen Auspufflack. Nach 2 Tagen erfolgte auch schon wieder der Zusammenbau. Die Maschine war somit einsatzbereit!

 

Die erste Wartung nach dem KaufDie erste Wartung nach dem Kauf

Nach der Wartung...Nach der Wartung...

 

Das Hochgras vor dem MähenDas Hochgras vor dem MähenDer erste Mäheinsatz wurde ein voller Erfolg, während mein Vater nichteinmal die Hälfte des Hanges gemäht hatte, war ich bereits mit der Ebene fertig. Hier machte sich die Maschine also sehr schnell bezahlt und es machte richtig Spass mit ihr gegen das Gras anzukämpfen. Auch ist das Mähen mit ihm nicht ganz unbeschwerlich, hier beschränkt sich allerdings die körperliche Anstrengung vor allem auf das Führen, gegen das Gras kämpft er ja dank Radantrieb von alleine an. Da ich schon fertig war, wollte ich mal schauen wie sich der H4 so am Hang macht; meine Erwartungen wurde auch hier übertroffen. Das Grundstück nach dem Mähen!Das Grundstück nach dem Mähen!Wenn er nicht mit einem Rad in einem kanalrohr-großen Karnickel-Loch steckte (hier helfen Zwillingsreifen), fuhr er auch hier mit etwas Mühe den Hang hoch und mähte brav. Das manövrieren längs des Hanges war jedoch nicht ganz so einfach, die Kippgefahr war doch gegeben. Durch faules Fallobst und weiter Hasenbaue hatte man jedoch selbst einen kritischen Stand, wodurch eine sichere Führung der Maschine nicht mehr gewährleistet war. Im Fazit muss ich jedoch sehr positiv über den ersten Mäheinsatz sprechen.

In der darauf folgenden Zeit ging es erstmal unspäktakulär weiter, die Maschine leistete über ein Jahr tadellose Dienste. Bei einem Fräs-Einsatz im Herbst 2015 brach mir am Getriebe allerdings der Bremssporn durch eigene Unvorsichtigkeit (man könnte es auch Dummheit nennen) aus: Unter der zu fräsenden Grasnarbe verbargen sich Pflastersteine; die Fräse geriet ins Hüpfen, ich nahm das Gas zu spät weg. Mit dem Resultat, dass sie mit voller Wucht auf dem Bremssporn landete, die Gußhalterung am Getriebe konnte natürlich nicht anders als brechen.

Dieses Ereignis sowie beginnende Verschleißerscheinungen am Fahrgetriebe des Mähers und auch Öllecks, auch am Antriebsblock, veranlassten mich dazu, mal über eine gründliche Restauration nachzudenken. Die ersten größeren Arbeiten am H4 habe ich dann unter der Rubrik "Restauration" zusammengefasst, es gibt dazu auch HIER ein Video, im Folgenden nur die Kurzform: Geplant war es, die Arbeiten im Winter 2015/2016 durchzuführen, jedoch klappte dies vor allem auf Grund zeitlich sehr aufwändiger schulischer Aktivitäten nicht.

Im Frühjahr fand ich dann jedoch endlich Zeit. Ich beschäftigte mich intensiv mit der Technik des H4, erfuhr immer mehr über die Geschichte auch durch Kontakte zu Leuten die beruflich damit zu tun hatten und häufte ein großes Wissen an. Auch kaufte ich eine Menge Teile, unter anderem einen kompletten 2. H4 der ursprünglich nur als Ersatzteilträger dienen sollte, jedoch dann auf Grund bester Substanz ebenfalls wieder hergerichtet wurde. Genauere Ausführungen finden sich dann wie gesagt in der anderen Rubrik. Allerdings war mit diesem Projekt noch lange nicht schluss, so kaufte ich auf dem Holdertreffen 2016 in Ahaus den äußerst seltenen Sichel-Rasenmäher samt Motor für den Holder hinzu. Auch hier musste eine Menge Arbeit investiert werden. Vor kurzem ergab sich für mich dann noch die Möglichkeit, eine Menge H4-Teile aus einer alten Lager-Auflösung zu erwerben, da habe ich selbstverständlich auch nicht lange gezögert.

Durch meine Arbeit am H4 habe ich ein paar Leute kennen gelernt, die ähnliche Interessen haben und mich immer wieder ermutigt haben doch auch eine Website zu erstellen, so wie Bastian Hofmann auch welche betreibt.  Hier sieht man nun das Ergebnis meiner Mühe, ich hoffe, dass diese Website jedem die Möglichkeit bietet, sich umfassend über das Gerät zu informieren und vlt. den ein oder anderen Liebhaber zu finden, denn der Bereich H4 ist in der Holderszene leider alles andere als etabliert.

Ich bedanke mich jedenfalls, dass du dir die Zeit genommen hast meine Geschichte durchzulesen und wünsche dir viel Spass auf dieser Website. Für Fragen stehe ich dir jederzeit zur Verfügung!